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Das neue Flugabwehrraketensystem MEADS

Handreichung Nr. 46, Reservistenverband

Ersatz für das Patriot-System bietet durch seine Konzeption eine Kampfwertsteigerung
Das Flugabwehrraketensystem MEADS (Medium Extended Air Defense System) soll für den besseren Schutz des Luftraums über Deutschland sorgen. Das bisher bei der Bundeswehr im Einsatz stehende Patriot-System soll durch MEADS bis 2025 abgelöst werden. Entwickelt wird das neue System von den Rüstungsunternehmen MBDA Deutschland, MBDA Italien und dem US-Konzern Lockheed Martin. Für den Auftrag ist ein Kostenrahmen von rund vier Milliarden Euro bis 2025 angesetzt. Diese werden zu 25% von Deutschland, zu 17% von Italien und zu 58% von den USA übernommen.

Nachdem der US-Hersteller des Patriot-Systems Raytheon und die Anbieter von MEADS monatelang um den Auftrag für das Boden-Luft-Abwehrsystem gerungen hatten, entschied sich das Verteidigungsministerium imJuni 2015 für MEADS. Die ausschlaggebenden Gründe hierfür sind zum einen das modulartig ausbaubare System aus vier Komponenten. Dazu kommt eine neue Software-Architektur, an der die Bundeswehr nach der Beschaffung die Rechte besitzt. Darüber hinaus verfügt MEADS über ein 360-Grad-Radar, mit dem mehrere Luftziele in verschiedenen Richtungen gleichzeitig bekämpft werden können.

Die Komponenten von MEADS
Das einsatzfähige Flugabwehrraketensystem MEADS besteht aus vier Komponenten. In der Operationszentrale findet die Einsatzplanung statt, werden Informationen ausgewertet und der Feuerkampf geführt. Zur Überwachung des Luftraums dient das rotierende Suchradar mit dem Ziele im Umkreis von 360 Grad erfasst werden können. Mithilfe des Feuerleitradars werden die Lenkflugkörper an erfasste Ziele herangeführt, bevor deren Radar-Suchköpfe die Steuerung übernehmen. Gestartet werden die Flugkörper vom Typ PAC-3 vom Lenkwaffenstarter, der Platz für acht Raketen bietet. Die Lenkwaffenstarter können durch Nachladefahrzeuge schnell und weitgehend automatisch neu bestückt werden.

Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten
Die vier Komponenten sind auf einzelne Lastwagen montiert und durch Funk oder Glasfaserkabel miteinander verbunden. Dadurch sind sie flexibel und weit voneinander aufstellbar. Zudem ermöglicht es der „Plug-and-Fight“-, weitere Komponenten einfach hinzuzufügen. Das gesamte Waffensystem ist luftverladbar und hochmobil. MEADS ist sowohl zur Landesverteidigung als auch zum Schutz von Truppen weltweit einsetzbar. Mögliche Einsatzfelder sind der Schutz von Großstädten, Einsatzkontingenten oder Flughäfen.

Durch den 360-Grad-Radius bietet MEADS im Vergleich zum Patriot-System einen höheren Schutz. Es ist in der Lage mehrere Ziele in unterschiedlichen Richtungen gleichzeitig zu bekämpfen. Neben Flugzeugen ist MEADS vor allem spezialisiert auf taktische ballistische Raketen, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge. Neben den bereits im Patriot-System erprobten PAC-3 Lenkflugkörpern soll die deutsche Version von MEADS auch mit den kleineren und günstigeren Raketen vom Typ IRIS-T SL bestückt werden können. Mit diesen können Flugzeuge und Hubschrauber bis zu einer Reichweite von 30 Kilometern effektiv bekämpft werden. MEADS soll zusammen mit dem zweiten aktuellen Rüstungsprojekt der Bundesregierung, dem Mehrzweckkampfschiff (MKS) 180, als Instrument der Luftraumüberwachung mit Abwehrkapazitäten dienen. Beide Systeme sind damit ein Beitrag zu einem möglichen Raktenabwehrschirm und können durch Ihre Mobilität weltweit zum Einsatz gebracht werden.

Fragen zur Handreichung: Sachgebiet Sicherheitspolitische Bildung, Tel. 0228 - 25 909 13

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